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DORA · Kapitel IV

Resilienztests wirksam steuern

Vom risikobasierten Testprogramm über die operative Durchführung bis zu Findings, Retests und belastbaren Nachweisen nach Art. 24 bis 27.

Einordnung: Der Arbeitsraum unterstützt die praktische Umsetzung. Er ersetzt weder die institutsbezogene Risikoanalyse noch eine aufsichtsrechtliche Würdigung. Testumfang und Frequenz sind risikobasiert, proportional und anlassbezogen festzulegen.

Geschützter Testbetrieb

Vom Jahresprogramm zum reviewten Nachweis

Die folgenden Einstiege arbeiten nach Anmeldung im aktiven Mandantenkontext. Diese öffentliche Methodik erzeugt selbst keine Testabdeckung, Kontrollwirksamkeit oder Institutsnachweise.

  1. 01

    Mandantenobjekt

    Testprogramm aufsetzen

    Programmverantwortung

    Arbeitsprodukt

    Versionierter Scope, Zeitraum, Methodik, Rollen und Freigabestatus

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  2. 02

    Mandantenobjekt

    Abdeckung prüfen

    IKT-Risikofunktion und Asset-Owner

    Arbeitsprodukt

    Begründete Abdeckung kritischer Funktionen, Assets und Testarten mit ausgewiesenen Lücken

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  3. 03

    Mandantenobjekt

    Tests terminieren

    Testkoordination

    Arbeitsprodukt

    Kalender mit Frequenz, Triggern, Abhängigkeiten und verantworteten Terminen

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  4. 04

    Mandantenobjekt

    Testfälle steuern

    Testverantwortung

    Arbeitsprodukt

    Freigegebene Testfälle mit Scope, Methode, Abbruchkriterien und Ergebnisstatus

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  5. 05

    Mandantenobjekt

    Findings nachhalten

    Maßnahmen-Owner und Risikoentscheider

    Arbeitsprodukt

    Ursache, Risiko, Frist, Remediation, Retest und begründete Abschlussentscheidung

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  6. 06

    Mandantenobjekt

    Evidence reviewen

    Kontroll-Owner und unabhängige Review-Funktion

    Arbeitsprodukt

    Herkunftsgesicherte Nachweise mit Reviewstatus und Bezug zu Testfall oder Finding

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Regulatorische Struktur

Stand: August 2026

Art. 24

Testprogramm

Risikobasiertes Programm, unabhängige Durchführung, Priorisierung und Behebung festgestellter Mängel.

Art. 25

IKT-Tools und -Systeme

Angemessene Testmethoden; Systeme und Anwendungen für kritische oder wichtige Funktionen mindestens jährlich testen.

Art. 26

Fortgeschrittene Tests

TLPT für von der zuständigen Behörde bestimmte Finanzunternehmen grundsätzlich mindestens alle drei Jahre.

Art. 27

TLPT-Testende

Anforderungen an interne und externe Testende, Fachkunde, Unabhängigkeit, Versicherung und TIBER-EU-Bezug.

Art. 25 operationalisiert

12 Testmethoden für die operative Planung

Die Verordnung formuliert eine offene Liste angemessener Tests. Die folgende Arbeitsstruktur trennt Fragebögen und softwaregestützte Scans für eine eindeutige Zuordnung von Auftrag, Evidenz und Verantwortlichkeit; sie ist keine zusätzliche gesetzliche Taxonomie.

01

Schwachstellenbewertungen und -scans

Technische Schwachstellen risikobasiert identifizieren, bewerten und bis zum Retest verfolgen.

02

Open-Source-Analysen

Von außen sichtbare Angriffsflächen und öffentlich verfügbare Bedrohungsinformationen untersuchen.

03

Netzwerksicherheitsbewertungen

Segmentierung, Exponierung, Konfiguration und wirksame Schutzmechanismen prüfen.

04

Lückenanalysen

Sollvorgaben systematisch mit implementierten Kontrollen und belastbaren Nachweisen abgleichen.

05

Überprüfungen der physischen Sicherheit

Physische Zugänge, Standorte und technische Schutzvorkehrungen in den Testumfang einbeziehen.

06

Fragebögen

Kontrollausgestaltung strukturiert erheben und Antworten durch geeignete Nachweise plausibilisieren.

07

Scans von Softwarelösungen

Anwendungen, Komponenten und Konfigurationen mit geeigneten Werkzeugen untersuchen.

08

Quellcodeprüfungen

Soweit durchführbar sicherheitsrelevante Implementierungsfehler im Quellcode erkennen.

09

Szenariobasierte Tests

Realistische Störungen entlang kritischer oder wichtiger Funktionen und Abhängigkeiten durchspielen.

10

Kompatibilitäts- und Leistungstests

Zusammenspiel, Kapazität und Verhalten unter erwarteter sowie erhöhter Last validieren.

11

End-to-End-Tests

Geschäftsprozesse über Anwendungen, Schnittstellen, Datenflüsse und Drittdienstleister hinweg prüfen.

12

Penetrationstests

Technische Angriffspfade kontrolliert validieren; TLPT wird davon getrennt nach Art. 26 und 27 gesteuert.

Arbeitsprozess

Von der Planung zum geschlossenen Finding

  1. 01

    Scope ableiten

    Kritische oder wichtige Funktionen, IKT-Assets, Prozesse, Datenflüsse und Drittparteien aus Risikoanalyse und Abhängigkeitsmodell übernehmen.

  2. 02

    Testplan beschließen

    Testziel, Methode, Frequenz, Trigger, Verantwortliche, Unabhängigkeit, Schutzmaßnahmen und Abnahmekriterien dokumentieren.

  3. 03

    Sicher durchführen

    Produktionsrisiken begrenzen, Freigaben und Abbruchkriterien festlegen und alle Ergebnisse nachvollziehbar protokollieren.

  4. 04

    Findings behandeln

    Ursache, Auswirkung, Priorität, Eigentümer und Frist festhalten; wesentliche Lücken eskalieren und nachtesten.

  5. 05

    Wirksamkeit nachweisen

    Retest, Risikoentscheidung und Abschlussfreigabe verbinden und Erkenntnisse in Rahmenwerk, Kontrollen und nächste Planung zurückführen.

Frequenz richtig entscheiden

  • Regulatorisches Minimum: mindestens jährliche Tests aller IKT-Systeme und -Anwendungen, die kritische oder wichtige Funktionen unterstützen, nach Art. 25 Abs. 2.
  • Risikobasiert: kürzere Intervalle bei Exponierung, Kritikalität, Änderungen oder unzureichender Kontrollwirksamkeit.
  • Anlassbezogen: nach wesentlichen Änderungen, Vorfällen, neuen Bedrohungen oder nicht bestandenen Tests.
  • TLPT: nur bei behördlicher Bestimmung und nach Art. 26 sowie dem TLPT-RTS steuern.

Mindestnachweise je Test

  • Genehmigter Scope mit Funktions- und Asset-Bezug
  • Testplan, Rollen, Unabhängigkeit und Sicherheitsvorkehrungen
  • Datierte Roh- und Ergebnisnachweise mit eindeutiger Herkunft
  • Bewertete Findings mit Ursache, Risiko, Eigentümer und Frist
  • Retest-Protokoll, Risikoentscheidung und Abschlussfreigabe

Management- und Prüfpfad

Jährliche Abdeckungsentscheidung nachvollziehbar dokumentieren

Eine Quote allein belegt keine angemessene Testabdeckung. Der Abschluss verbindet den versionierten Scope, die Risikobegründung, bekannte Lücken, Ergebnisse und offene Restrisiken mit einer verantworteten Entscheidung.

Entscheidungsakte

Scope-Stichtag

Mindestinhalt

Kritische oder wichtige Funktionen, IKT-Assets, Systeme, Anwendungen, Datenflüsse und relevante Drittparteien

Erforderliche Entscheidung

Abdeckung bestätigen oder Datenlücke beauftragen

Entscheidungsakte

Risikobegründung

Mindestinhalt

Kritikalität, Exponierung, Bedrohungen, Änderungen, Vorfälle und bisherige Testergebnisse

Erforderliche Entscheidung

Methode, Tiefe, Frequenz und Priorität festlegen

Entscheidungsakte

Testabdeckung

Mindestinhalt

Zuordnung von Funktionen und Assets zu Testfällen, Testarten, Terminen und verantwortlichen Rollen

Erforderliche Entscheidung

Lücke schließen, kompensieren oder begründet eskalieren

Entscheidungsakte

Ergebnisse und Findings

Mindestinhalt

Durchgeführte, ausgefallene und verschobene Tests sowie Findings, Ursachen, Fristen und Retests

Erforderliche Entscheidung

Remediation, Risikoakzeptanz oder weitere Prüfung entscheiden

Entscheidungsakte

Jahresabschluss

Mindestinhalt

Bekannte Grenzen, offene Restrisiken, Lernpunkte und Änderungen für das Folgeprogramm

Erforderliche Entscheidung

Programmabschluss und nächste Planung dokumentiert freigeben